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Hartz IV: Wie sieht die Zukunft für Kinder von Langzeitarbeitslosen aus?08.3.2010

„Die Bundesregierung werde prüfen, wie kinderspezifische Bedarfe am besten abgegolten werden können“, sagte die Bundeskanzlerin Angela Merkel und kündigte außerdem eine mögliche Einführung von Sachleistungen für Kinder an. Die Opposition kritisiert Frau Merkels Hartz IV Vorschläge und die Grünen-Bundestagsfraktionschefin Renate Künast lehnte den Vorschlag der Kanzlerin als „allgemein, unverbindlich und unbrauchbar“ ab. Kinder von Langzeitarbeitslosen benötigten einen Regelsatz, der auf ihre Bedürfnisse berechnet sei. Sachleistungen wie Mittagessen, Sport und kulturelle Angebote für die Kinder müssten von den Kommunen erbracht werden. Die Städte und Gemeinden würden von der schwarz-gelben Regierung derzeit jedoch finanziell ausgetrocknet.

SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte dem “Tagesspiegel”: “Zwischen Reden und Handeln gibt es bei Frau Merkel große Unterschiede. Prüfaufträge und das Einsetzen von Kommissionen ist scheinbar das Einzige, was sie noch hinkriegt. Weiter betonte er: „Wir brauchen die alten Sonderbedarfe für Kinder wieder”. Anschaffungen wie Wintermäntel oder Schulcomputer könnten arbeitslosen Eltern dann gegen Vorlage des Kaufnachweises erstattet werden. Komplizierte Gutscheinsysteme würden damit überflüssig.

Lob gab es dagegen von FDP-Fraktionsvize Heinrich Kolb für die Kanzlerin, denn sie sei mit ihren Äußerungen auf die Linie der FDP eingeschwenkt. “Auf dieser Basis können sich Union und FDP auf eine Reform einigen”, sagte der FDP-Fraktionsvize.

SPD-Vize Hannelore Kraft sprach sich unterdessen für die Schaffung gemeinnütziger Jobs für Langzeitarbeitslose aus. “Diese Menschen können zum Beispiel in Altenheimen Senioren Bücher vorlesen, in Sportvereinen helfen oder Straßen sauber halten”, sagte die SPD-Spitzenkandidatin für die NRW-Landtagswahl im Mai dem “Spiegel”. “Die meisten Langzeitarbeitslosen werden sich über eine sinnvolle Beschäftigung freuen, selbst wenn sie dafür nur einen symbolischen Aufschlag auf die Hartz IV Sätze bekommen”, sagte Hannelore Kraft weiter. NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann nannte es dagegen “unerträglich”, dass die SPD-Landeschefin einem Viertel der Hartz IV Empfänger keine Chance mehr einräume. Linke-Vize Klaus Ernst kritisierte, Frau Kraft plane nichts anderes als eine Verschärfung von Hartz IV. Arbeit ohne Lohn nehme den Menschen die Würde.

Den vollständigen Artikel findet man auf  Tagesschau.de

Mehr zum Thema „gemeinnützige Jobs für Langzeitarbeitslose“ findet man z.B. bei Welt Online

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Bislang 4 Kommentare

  • wühlmaus ~ Mrz 9, 2010 at 08:06

    Der Herr Ernst hat recht. Was soll ich mit einem Job, der quasi ein Ehrenamt ist und mich keinen Schritt näher an den ersten Arbeitsmarkt bringt? Wenn man mich mit zwei Facharbeiterbriefen in der Tasche zum Straßenkehren schickt, kann man mir auch gleich einen gelben Stern mit dem Schriftzug H4 an die Jacke pinnen. Die richtige Arbeit sollte gerechter verteilt werden, damit ein jeder sein Auskommen hat und jedem genug Freizeit bleibt – dann würde der eine oder andere auch noch genug Zeit für ein Ehrenamt haben und den Leuten im Pflegeheim was vorlesen.

  • wühlmaus ~ Mrz 9, 2010 at 09:06

    Jetzt hab ich doch tatsächlich das Thema verfehlt! Hartz IV ist für die Kinder fatal. Sie erleben, wie ihre Eltern arbeitslos werden, wie sie um einen neuen Job kämpfen. Dass, wenn ihre Eltern zu Dumpinglöhnen arbeiten, diese keine Zeit mehr und immer noch nicht viel mehr Geld haben. Wenn Kind was dazuverdient, wird das auch vom Einkommen der Bedarfsgemeinschaft abgezogen. Das Kind lernt: Arbeit lohnt sich nicht. Wenn Eltern mit zwei oder mehr Berufsabschlüssen zum Straßenkehren herangezogen werden, lernt das Kind: Qualifikation ist nichts wert.
    Außerdem weiß ich aus eigener Erfahrung, wie zerstörerisch sich Arbeitslosigkeit auf Familien auswirkt. Es gibt nichts Schlimmeres als einen arbeitslosen Mann, der zwischen Depression und Aggression schwankt und ständig eine Aura von Reizbarkeit und Übellaunigkeit um sich verbreitet. Bei uns hat das dazu geführt, dass mein Mann sich Job und Wohnung in einer anderen Stadt suchte und wir seit 2 Jahren getrennt leben.

  • wühlmaus ~ Mrz 11, 2010 at 10:33

    Hat gestern abend jemand “Hart aber fair” gesehen? Da ging es um die Hartz IV- Kinder. Zuvor kam ein Film, in dem Hartz IV- Bezieher genauso dargestellt wurden, wie Ww sie sich vorstellt. Damit im Hinterkopf der Bürger das Bild vom faulen, saufenden, rauchenden asozialen Arbeitslosen zementiert wird…
    Bei “Hart aber fair” laberte unter anderem Frau Kraft und Herr Lindner. Die einzige, die keinen Senf redete, war eine Aufstockerin namens Frau Weimar, deren Tochter hat sich in den Ferien ihre heißgeliebte Baßgitarre erarbeitet hat. Die Abrechnung kam dann von der ARGE: Weil die Tochter Teil der Bedarfsgemeinschaft ist, muß das von der Tochter verdiente Geld an die ARGE zurückerstattet werden. Die Familie beschwerte sich – und seitdem diskutieren unsere unfähigen Politiker ergebnislos über das Problem der Verdienste von Kindern. Die Familie Weimar hat die Rückzahlung mittlerweile abgestottert…
    Es ist wirklich schwer, unter solchen Bedingungen Ideale wie “Ehrlichkeit”, “Fleiß”, “Lebensmut”, “Glaube an eine bessere Zukunft”, “Menschlichkeit” und “Gerechtigkeit” zu bewahren. Was lernen unsere Kinder denn in unserer Gesellschaft? Dem Staat sind sie egal, sie werden klein und dumm gehalten, nicht alle haben die Kraft, sich gegen den Sog nach unten zu stemmen. Die Realität steht im krassen Gegensatz zu den Reden der Politiker, von Anfang an.

  • Julchen ~ Mrz 11, 2010 at 16:45

    Hallo Wühlmaus
    ja ich hab die Sendung gesehen, da konnt einem wieder herrlich schlecht werden.
    Diese widerliche “Kraft”- nur zum reinhauen und der Lindner genauso.
    Die Frau Weimar war eine Prima Person, ich sah sie schon in der ersten Sendung.

    Es wird sich nichts für die ALG II Bezieher ändern, es ist so gewollt- was die im TV zeigen.

    Ich mags gar nicht mehr hören und sehen.

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